JG 10: Der Anne Frank Tag
Friedrich-Ebert-Schule erinnert: Exkursion zum Alten Schlachthof in Düsseldorf
Im Rahmen des diesjährigen Anne Frank Tages am 12. Juni 2026 hat die FriedrichEbert-Schule mit den Klassen 10a und 10b an einer besonderen Exkursion schon teilgenommen. Ziel war der Erinnerungsort Alter Schlachthof auf dem Campus der Hochschule Düsseldorf in Düsseldorf-Derendorf. Dort nahmen die Schülerinnen und Schüler nicht nur an einer Führung teil, sondern auch an einem vertiefenden Workshop, der sich intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzte.
Der heutige Campus der Hochschule Düsseldorf befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Schlachthofs. In einem der erhaltenen Gebäude, der früheren Großviehmarkthalle, sind heute unter anderem die Campus-IT, die Hochschulbibliothek, sowie der Erinnerungsort Alter Schlachthof untergebracht. Dieser Ort steht für ein dunkles Kapitel der Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier
fast 6.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf zusammengetrieben. Sie mussten sich zu insgesamt sieben Deportationstransporten einfinden, wurden registriert, durchsucht und beraubt, und verbrachten eine Nacht unter ungewissen und bedrückenden Bedingungen in der Halle.
Am darauffolgenden Tag erfolgte ihre Deportation vom nahegelegenen Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in Ghettos im besetzten Osteuropa, unter anderem nach Łódź, Minsk, Riga, Izbica und Theresienstadt. Für viele war dies nur eine Zwischenstation auf dem Weg in Konzentrations- und Vernichtungslager – nur wenige überlebten die Shoah.
Der Erinnerungsort dokumentiert diese Verbrechen eindrücklich und setzt sich zugleich mit den Nachwirkungen der nationalsozialistischen Herrschaft auseinander. Dabei wird deutlich, dass Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus nicht nur der Vergangenheit angehören, sondern auch heute noch eine reale gesellschaftliche Herausforderung darstellen.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen beschrieben die Exkursion als besonders eindrucksvoll. Vor allem die unmittelbare Nähe des historischen Ortes machte ihnen bewusst, wie „nah“ Geschichte tatsächlich ist und dass Erinnerung nicht abstrakt, sondern lokal und greifbar sein kann.
Aufgrund der bevorstehenden Zentralen Abschlussprüfungen (ZAP) nahmen die Klassen 10a und 10b bereits vor dem offiziellen Anne Frank Tag an der Exkursion teil. Für die übrigen Jahrgangsstufen sind gesonderte Projekte geplant, die thematisch auf den Gedenktag abgestimmt sind.
Der Anne Frank Tag findet in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Unter dem Motto „Geschichte erzählen“ stellt das Anne Frank Zentrum Schulen bundesweit kostenfreie Lernmaterialien zur Verfügung. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Geschichte lebendig ist und aktiv erinnert werden muss. Dabei übernehmen die Jugendlichen eine zentrale Rolle: Sie entwickeln eigene Formen des Gedenkens, stellen Bezüge zur Gegenwart her und setzen sich kritisch mit historischen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Die Teilnahme der Friedrich-Ebert-Schule zeigt eindrucksvoll, wie wichtig außerschulische Lernorte für die historisch-politische Bildung sind – und wie bedeutend es ist, Erinnerung lebendig zu halten



























































































