Geschichte erzählen, Erinnerung bewahren:
Anne-Frank-Tag an der Friedrich-EbertSchule
Am 12. Juni beteiligte sich die Friedrich-Ebert-Schule am bundesweiten Anne-Frank-Tag.
Der Aktionstag findet jährlich rund um Anne Franks Geburtstag statt und setzt ein Zeichen
gegen Antisemitismus und Rassismus. In diesem Jahr stand der Anne-Frank-Tag unter dem
Motto „Geschichte erzählen“. Bundesweit nahmen mehr als 126.000 Schülerinnen und
Schüler an 843 Schulen teil – ein neuer Anmelderekord. Gleichzeitig feierte der Anne-FrankTag sein zehnjähriges Bestehen als bundesweiter Schulaktionstag.
Auch an der Friedrich-Ebert-Schule setzten sich die Lernenden verschiedener Jahrgangsstufen
mit der Geschichte Anne Franks, der Zeit des Nationalsozialismus, sowie den Themen
Menschenrechte, Demokratie und Erinnerungskultur auseinander.
Die Jahrgangsstufe 5 beschäftigte sich intensiv mit dem Buch „Kinder mit Stern“, welches die
Ausgrenzung jüdischer Kinder während der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Dabei
wurden die Schülerinnen und Schüler besonders von den Kunstlehrerinnen Frau Anna Stock
und Frau Dahlmann unterstützt und angeleitet. Anhand der Geschichte erfuhren die Kinder,
dass jüdischen Mädchen und Jungen nach und nach grundlegende Rechte genommen wurden.
Sie durften beispielsweise keine Zoos oder Spielplätze mehr besuchen, öffentliche
Verkehrsmittel nicht mehr nutzen und schließlich ihre Schulen nicht mehr besuchen. Später
wurden sie gezwungen, den sogenannten Judenstern zu tragen, bevor viele von ihnen
deportiert wurden.
Die Klassen 5a und 5b gestalteten hierzu kreative Dioramen von Zoos und Spielplätzen und
hielten prägnante Zitate aus dem Buch schriftlich fest. Darüber hinaus wurden jüdische
Symbole und Gegenstände künstlerisch dargestellt. Die Klasse 5c fertigte Davidsterne als
Symbol des Judentums sowie Dreidel, ein traditionelles jüdisches Spielzeug, an. Durch die
kreative Gestaltung setzten sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit jüdischer Kultur und
ihren Traditionen auseinander.
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 nahmen an einem Stolpersteinpfad durch
Ratingen teil. Dabei besuchten sie verschiedene Stolpersteine und setzten sich mit den
Lebensgeschichten der Menschen auseinander, an die diese erinnern. Die Wanderung machte
deutlich, dass die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus nicht nur Teil der großen Geschichte sind, sondern auch einen direkten Bezug zur eigenen Heimat und Umgebung
haben.
Die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 7 näherten sich dem Thema auf kreative Weise. Im
evangelischen Religionsunterricht setzten sie sich mit dem Animationsfilm „Wo ist Anne
Frank?“ auseinander. Im Anschluss gestalteten sie Bilder zum Gefühlsleben Anne Franks und
beschäftigten sich mit ihren Hoffnungen, Ängsten und Wünschen. Dabei wurde deutlich, wie
bewegend und aktuell ihre Geschichte auch heute noch ist.
Auch die Schülerinnen und Schüler des evangelischen Religionsunterrichts der Jahrgangsstufe
8 beschäftigten sich mit Anne Frank und jüdischem Leben. Im Rahmen eines Besuchs der
Alten Synagoge in Essen dokumentierten sie ihre Eindrücke fotografisch. Im Mittelpunkt
standen jüdische Symbole, traditionelle Gegenstände und die Geschichte jüdischen Lebens.
Die Exkursion ermöglichte einen direkten Zugang zu jüdischer Kultur und Geschichte und
förderte das Verständnis für religiöse Vielfalt und Toleranz.
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 setzten sich intensiv mit dem Leben
Anne Franks sowie den Themen Ausgrenzung, Diskriminierung und Antisemitismus
auseinander. Dabei beschäftigten sie sich nicht nur mit historischen Ereignissen, sondern
stellten auch Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen her. Die gewonnenen
Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse präsentierte der Jahrgang 10 in Form einer Wandzeitung,
die im Rahmen der Ausstellung zum Anne-Frank-Tag in der Aula und den Glasgängen der
Schule ausgestellt wurde.
Der diesjährige Anne-Frank-Tag legte einen besonderen Schwerpunkt auf die Bedeutung
aktiver Erinnerungsarbeit. Die Teilnehmenden erfuhren, warum die Geschichten der Opfer
des Nationalsozialismus auch heute weitererzählt werden müssen, damit Verbrechen, Leid
und Unrecht nicht in Vergessenheit geraten. Dieser Gedanke spiegelt sich auch in dem Zitat
wider: „Das Vermächtnis von Anne Frank darf nicht nur ein Denkmal sein, sondern beinhaltet
aktive Menschlichkeit.“ Durch die vielfältigen Projekte setzten sich die Lernenden nicht nur
mit der Vergangenheit auseinander, sondern auch mit aktuellen Fragen zu Antisemitismus,
Rassismus, Demokratie und Menschenrechten. Der Anne-Frank-Tag machte deutlich, dass
Erinnern weit mehr bedeutet als das Lernen historischer Fakten. Es bedeutet vielmehr,
Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Die Friedrich-Ebert-Schule bedankt sich bei allen Schülerinnen und Schülern sowie den
beteiligten Lehrkräften für ihr großes Engagement. Die vielfältigen Projekte haben
eindrucksvoll verdeutlicht, dass Erinnerungskultur nicht nur den Blick in die Vergangenheit
richtet, sondern auch dazu beiträgt, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu
übernehmen. Der Anne-Frank-Tag zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, Geschichte
lebendig zu halten und sich aktiv für Demokratie, Menschenrechte und ein respektvolles
Miteinander einzusetzen.
















